

Kirsten Wallbaum – Zwischen Fernweh und Erinnerung
Manche Bilder zeigen Orte. Andere zeigen, was von ihnen bleibt. Die Arbeiten von Kirsten Wallbaum bewegen sich genau in diesem Spannungsfeld – zwischen realer Landschaft und innerem Erleben, zwischen Weite, Horizont und Erinnerung.
Kirsten Wallbaum lebt und arbeitet in Wunstorf-Steinhude in der Region Hannover. Die Nähe zum Wasser, die Weite der Landschaft und die ruhigen Horizonte prägen ihre Malerei sichtbar – jedoch nicht im Sinne klassischer Landschaftsbilder. Vielmehr entstehen reduzierte, atmosphärische Kompositionen, die weniger den Ort selbst zeigen als dessen Stimmung.
Im Zentrum ihrer Arbeiten steht die Werkreihe „Gemalte Reiselust“. Hier verdichten sich Eindrücke von Reisen zu ruhigen Bildwelten, in denen Farbe, Fläche und Horizont eine zentrale Rolle spielen. Orte lösen sich dabei oft von ihrer konkreten Geografie und werden zu offenen, bewusst uneindeutigen Landschaften.
Gleichzeitig erweitert Wallbaum diesen Ansatz um reale Motive. Orte wie Mallorca oder Venice Beach tauchen als konkrete Bezugspunkte in ihren Arbeiten auf – nicht als detailgetreue Abbildung, sondern als Erinnerungsräume zwischen Realität und Interpretation.
Eine besondere Qualität ihrer Arbeiten liegt in der Materialität. Neben klassischer Malerei integriert sie in ausgewählten Werken Elemente wie Pappkarton, Sand oder Holz. Diese feinen, teilweise dreidimensionalen Komponenten verleihen den Bildern eine zusätzliche Tiefe und machen die Oberfläche selbst zum Bestandteil der Aussage.
Wallbaums Bildsprache bewegt sich zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Klare Horizontlinien geben Struktur, während großzügige Farbflächen Ruhe erzeugen. Die Farbpalette reicht von sandigen, warmen Tönen bis zu intensiven Blau- und Türkisnuancen. Ihre Werke wirken nicht laut, sondern entfalten ihre Kraft in der Reduktion – als Einladung, genauer hinzusehen.
Im Rahmen der Ausstellung 2026 in der GlowArt Gallery im Leine Center Laatzen sind ihre Arbeiten gemeinsam mit weiteren künstlerischen Positionen zu sehen. In diesem Kontext wird ihre Malerei als ruhiger Gegenpol erfahrbar – zurückhaltend, aber präsent.

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