

Zwischen Klang und Bild – Die leisen Verschiebungen des Sascha Lantzsch
Wahrnehmung ist kein fester Zustand, sondern ein Prozess – ein fortwährendes Verschieben zwischen dem, was wir sehen, und dem, was wir zu erkennen glauben. In der Malerei von Sascha Lantzsch wird genau dieser Zwischenraum sichtbar. Seine Arbeiten sind keine Abbilder der Realität, sondern Annäherungen an ihre subjektive Konstruktion.
Der 1986 in Halle (Saale) geborene Künstler, heute in der Region Hannover tätig, fand vergleichsweise spät zur bildenden Kunst. Ursprünglich in Musik, Schreiben und Bühnenarbeit verankert, verlagerte sich sein künstlerischer Fokus erst während der Pandemie vollständig in die Malerei. Seit 2020 arbeitet Lantzsch autodidaktisch – mit einer bemerkenswerten Konsequenz, die bereits zu ersten Ausstellungen und Festivalbeteiligungen führte.
Seine Werke bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Figuration und Abstraktion. Körper erscheinen, lösen sich wieder auf, werden überlagert von Farbflächen, Linien und energetischen Strukturen. Es sind Bilder, die nicht festhalten, sondern in Bewegung bleiben. Diese Offenheit ist zentral: Lantzsch formuliert keine eindeutigen Aussagen, sondern schafft Räume, in denen sich Bedeutung erst im Blick der Betrachtenden entfaltet.
Dabei schwingt seine musikalische Herkunft subtil mit. Rhythmus, Wiederholung und Dynamik finden sich in seinen Kompositionen ebenso wie in der Art, wie Farbe gesetzt wird. Malerei wird hier zur visuellen Übersetzung eines inneren Erlebens – intuitiv, vielschichtig und bewusst unabschließbar.
In der Sammelausstellung in der GlowArt Gallery treffen Lantzschs Arbeiten auf weitere künstlerische Positionen der Region. Gerade dieses Nebeneinander verstärkt die Wirkung seiner Werke: als Einladung, Wahrnehmung nicht als gegeben hinzunehmen, sondern als etwas, das sich ständig neu formt.

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