Künstler:in
Anita Franz arbeitet in ihrer Serie „OCEAN“ mit Wasser als Bildraum für Bewegung, Wandel und innere Zustände. Ihre Werke entstehen aus Schichten, Strukturen sowie einem Wechselspiel von Steuerung und Offenheit im Prozess.
Anita Franz, 1965 in Gifhorn geboren und aufgewachsen, beschreibt ihren künstlerischen Weg als von Bewegung geprägt. Nach längerer Unterbrechung wandte sie sich 2020 erneut der Kunst zu und begann, unterschiedliche Formate, Materialien und Techniken zu erproben. 2021 folgten laut vorliegenden Angaben zwei Ausstellungen; seither verkaufte sie mehr als 35 Werke.
In der 2026 begonnenen Werkserie „OCEAN“ bündelt Franz diese Erprobung zu einer fortlaufenden Auseinandersetzung. Wasser wird darin zum Ausgangspunkt für Bilder über Freiheit, Erneuerung, Ruhe und Veränderung. Die Titel „INFINITY“, „TIMELESS“, „FREEDOM“, „ETERNITY“ und „PEACE OF MIND“ verweisen auf diese thematische Ausrichtung.
Wasser begleitet die Künstlerin nach eigenen Angaben seit ihrer Kindheit. Sie hielt Aquarien und züchtete über mehr als 15 Jahre Kois in vier Teichen. In der Malerei interessiert sie besonders die Ambivalenz dieses Elements: Wasser kann beruhigen und aufwühlen, tragen und bedrohen; es besitzt Oberfläche und Tiefe. Diese Gegensätze prägen die Arbeiten der Serie „OCEAN“.
Franz arbeitet unter anderem mit Acryl, Spachtel, Epoxidharz und Holz; außerdem gehören Zeichnung und Skulptur zu ihrem Repertoire. Bei fließenden Verfahren können Farben ineinanderlaufen und eigene Verläufe bilden, während die Künstlerin den Prozess zugleich lenkt. Schichten und Strukturen schaffen Tiefenräume. So bleibt das Verhältnis von Kontrolle und Loslassen ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeitsweise.
Einzelne Werke sind mit konkreten Erfahrungen verbunden. „WAVE“ entstand 2023 nach einem privaten Umbruch und zwei Wohnortwechseln. Die Welle wurde dabei zum Bild für Kraft und Vorwärtsbewegung. „Norderney“, ebenfalls 2023 nach einem Inselurlaub gemalt, bewahrt eine persönliche Erinnerung und bleibt unverkäuflich. In „Starshower“ erkennt Franz eine aufgewühlte See mit Sturm, Blitzen und Lichtregen.
Auch die Entstehungszeiten ihrer Arbeiten sind unterschiedlich. Der grünliche Grund von „Golden Hour“ entstand im Sommer 2024; vollendet wurde das Werk im Oktober 2025. Für die Auftragsarbeit „Sundowner“ baute Franz über Wochen Schichten auf. Das Bild war für einen Platz unter einem Vordach vor einem Pool vorgesehen. Bei „Waterline“ veränderte sich die Sicht auf das Werk erst nach mehreren Jahren, als Franz dessen Hängung neu bewertete.
Besonders deutlich zeigt sich ihr Umgang mit Überarbeitung in „MIRROR OF THE SOUL“. Eine rohe Leinwand, die zuvor 25 Jahre bei einer Freundin gestanden hatte, kam 2024 zu Franz. Nach mehreren Anläufen legte sie die Arbeit zunächst beiseite. Im März 2026 kratzte sie mit dem Spachtel fast alle vorhandenen Schichten ab. Der dabei sichtbar werdende Grund wurde zum Ausgangspunkt des neuen Werks.
Anita Franz versteht Verwerfen damit nicht als Abbruch, sondern als Teil des künstlerischen Prozesses. Jedes Bild soll ein Einzelstück bleiben. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen gegenständlicher Erinnerung und abstraktem Farbraum, ohne das Meer auf eine einzige Stimmung festzulegen. Wasser erscheint nicht als Kulisse, sondern als offene Form für Erfahrungen von Unruhe, Struktur und Veränderung.
Anita Franz entwickelt in der Serie „OCEAN“ Bildräume, in denen Wasser für Wandel, Freiheit, Erneuerung und innere Zustände steht. Ihre Praxis verbindet experimentelles Arbeiten mit einer vielschichtigen, prozessorientierten Malweise. Überarbeitung, Schichtung und das bewusste Zulassen von Verläufen sind dabei zentrale Elemente.
Zu den genannten Materialien und Arbeitsweisen zählen Acryl, Spachtel, Epoxidharz und Holz sowie Zeichnung und Skulptur. In fließenden Techniken lässt Franz Farben ineinanderlaufen und arbeitet zugleich steuernd mit Schichten und Strukturen.
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